
Ola! Bierzelt-Garnituren haben wir in der Redaktion ausreichend, uns ging es eigentlich mehr darum, internationales Flair und exotische Rhythmen in die Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu vermitteln. Und wer könnte das besser als Vicente Fernández, ein Pedro Infante oder auch ein James Last mit diesem weltweit gültigen Musikstil: Ranchera!

¡Viva la revolución!
Ihre Kiddingo.de Redaktion
A-jahija-jahi, A-jahija-jahi, A-jahija-jahiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!
So oder ähnlich klingt es, wenn die melancholische Heiterkeit des Mexikaners musikalisch ihren Ausdruck findet. Dabei handelt es sich um so
genannte Ranchera-Musik, die häufig von den traditionellen Mariachi-Gruppen gespielt wird.
Man nehme drei Geiger, zwei Gitarristen und so viele Trompeter, wie sich im Dorf auftreiben lassen, setze allen einen Sombrero auf
und fertig ist das Mariachi Ensemble.
A-jahija-jahi, A-jahija-jahi, A-jahija-jahiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!
Das Ranchera ist mexikanische Volksmusik. Wie der Begriff nahelegt, leitet sich Ranchera von Rancho ab, also Musik vom Bauernhof.
Durch Hollywood-Filme aus den 50er und 60er Jahren ist sie bei uns bekannt geworden. Denn neben den beiden Stereotypen des hinterlistigen
Verbrechers oder des Hunger leidenden Nichtsnutzes gab es immer auch den fröhlichen Musikanten, wie ihn Vicente Fernández noch heute verkörpert.
A-jahija-jahi, A-jahija-jahi, A-jahija-jahiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!
Fernández ist ein Ranchera-Sänger. In Mexiko gehört er zu den bekanntesten Musikern des Landes. Schon der Name klingt nach Urlaub. Hierzulande heißen die
Volksmusiker Karl Moik oder Hansi Hinterseer. Namen wie Comicfiguren.
Fernandez dagegen ist ein echtes Clip-Art-Icon für den Themenbereich Mexiko. Der Sombrero so groß wie ein LKW-Reifen, der gepflegte
Schnautzbart und Koteletten, von denen Cem Özdemir nur träumen kann.
Fernández gehört zu den ganz Großen im Ranchera-Geschäft. 40 Millionen verkaufte Platten, das kann sich sehen lassen. Die Liebe zum Land,
die Liebe zu Mexico, die unerfüllte Liebe eines Mannes zu einer Frau, das sind die Themen des traditionellen Ranchera. Das Pathos des Gesangs,
die Bläsersätze, das ständige Wiederholen des musikalischen Themas, das alles nervt ebenso wie der Polka- oder Walzer-Rhythmus alpenländischer
Folklore. Und doch hat das Ranchera immer wieder Eingang in die Popkultur gefunden. Ob Rock, Pop oder Jazz, der Ranchera Sound wurde, vielleicht
auch nur als ironisches Zitat, immer wieder von Komponisten und Arrangeuren aufgenommen.
A-jahija-jahi, A-jahija-jahi, A-jahija-jahiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!
(im)
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